Mit dem Rasenmäher mulchen: Das solltest du wissen

Warum ist Mulchen für die optimale Rasenpflege so sinnvoll? Kann ich mit einem Rasenmäher mulchen? Interessierte Hobbygärtner erfahren hier alles, was sie zur optimalen Rasenpflege mit dem natürlichen Dünger wissen müssen. Zusätzlich gibt es wertvolle Tipps, wie sich der Aufwand fürs Mulchen deutlich reduzieren lässt.

Grüne Rasenfläche
Abbildung 1: Mulchen hilft dabei den Rasen mit natürlichen Nährstoffen zu versorgen, die eine künstliche Düngung i.d.R. überflüssig machen.

Im professionellen Garten- und Landschaftsbau ist das Mulchen längst wesentlicher Bestandteil der Rasenpflege. Auch immer mehr Hobbygärtner entdecken die Vorzüge des Mulchens, um ihren Rasen nach Profi-Manier mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Nach dem Mähen kann das Schnittgut für die Nährstoffversorgung des Bodens genutzt werden. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Rasenmäher über eine Mulchfunktion verfügt. Diese sorgt dafür, dass der Schnitt noch feiner gehäckselt wird, sodass das organische Material rasch alle Nährstoffe in den Boden ableiten kann.

Noch immer ist diese besondere Art der Rasenpflege nicht bei allen Gartenfreunden unumstritten. Einige schwören darauf, andere sehen vor allem die Nachteile für den Garten. Das Wiener Instituts für Landschaftsentwicklung der Universität für Bodenkultur hat in einer mehrjährigen Versuchsreihe einige Vorurteile rund um das Mulchen untersucht und konnte sie durch neue Erkenntnisse ausräumen.

Allerdings bleiben noch immer einige vermeintliche Nachteile:

  • Das Mulchen erfordert ein häufiges Mähen.
  • Das optimale Ergebnis gibt es nur bei einem besonders kurzen Rasen.
  • Die Pflege ist deutlich aufwendiger.
  • Nasser Rasen kann verklumpen.

Auf der anderen Seite stehen die vielen Vorteile, wenn sich mit dem Rasenmäher mulchen lässt:

  • Der Rasenschnitt muss nicht entsorgt werden.
  • Langzeitdünger ist nicht mehr erforderlich.
  • Bodenorganismen werden aktiviert.
  • Moos und Unkraut wachsen langsamer.
  • Nitrat wird nicht ins Grundwasser ausgewaschen.
  • (Teure) Entsorgung des Schnittgutes entfällt.

Tipp: Neben dem Grasschnitt eignet sich auch der beim Arbeiten mit der Heckenschere anfallende Heckenschnitt optimal als natürlicher Dünger für die Rasenfläche.

Wer mit dem Rasenmäher mulchen möchte, sorgt für einen natürlichen Nährstoffkreislauf und spart sich zusätzliche Kosten, die beim Kauf von Dünger entstehen. Durch den Mulch erhält der Rasen ohne externe Wasserquelle viel Feuchtigkeit, denn das Gut enthält (abhängig von der Rasenbeschaffenheit) bis zu 90 % Wasseranteil. Darin sind bis zu 10 % organische Stoffe gelöst, welche der Boden für das Wachstum und seinen Mikrokosmos benötigt. Ein natürlicher Kreislauf für ein chemiefreies, grünes Kleinod. 

Durch das Mulchmaterial bietet sich auch ein idealer Lebensraum für andere, für die Bodengüte so wichtige, Bewohner. Der Regenwurm beispielsweise lockert mit seinen Aktivitäten den Boden auf und fühlt sich im Mulch pudelwohl. Daraus zieht er wichtige Nährstoffe, welche wiederum seine Aktivität ankurbeln. Die Folge: herrlich lockerer Boden mit idealem Sauerstoffgehalt.

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Nein, Mulch kann sowohl auf schwerem Lehmboden als auch auf konventionellen, lockeren Gartenböden viel Positives bewirken. So wird beispielsweise der Wasserhaushalt bei Böden durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt verbessert. Bei den schwereren Lehmböden wiederum unterstützt Mulch den Lufthaushalt.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um mit dem Rasenmäher zu mulchen:

  1. Die Nachrüstung des klassischen Gerätes (u. a. Akku-Rasenmäher) mit einem Kit 
  2. Der Kauf eines speziellen Mulch-Rasenmähers.

Wer sich für einen Mulchmäher entscheidet, hat es mit einer viel feineren Schnitttechnik zu tun, da bei diesen Geräten extra gefertigte Messer verwendet werden, welche Grashalme besonders klein zerhäckseln, sodass sie als Mulch verwendet werden können.

Mulchmäher
Abbildung 2: Es gibt "normale" Rasenmäher, die mit einem sog. Mulchkit zum Mulchmüher umfunktioniert werden können oder dedizierte Mulchmäher, die ab Werk ohne Fangkorb und mit speziell ausgeformten Schneidmessern zur feinen Häckselung der Grashalme ausgestattet sind.

Wer mit dem Rasenmäher mulchen, dafür aber keinen neuen Gerätekauf tätigen möchte, kann sich mit einem sogenannten Mulchkit behelfen. Dies kann aus verschiedenen Komponenten bestehen:

  • Nur Mulchklappe
  • Mulchklappe + Mulchmesser.

Wer die Variante Mulchbehälter und Schneidwerkzeuge nutzen möchte, muss die Original-Rasenmäher-Messer gegen die speziellen Mulchmesser austauschen. Die Mulchklappe hingegen wird ohne großen Aufwand anstelle des Fangkorbs auf den Mäherauswurf gesteckt und verschliesst diesen, so dass das Schnittgut nach dem Zerhäckseln durch das Schneidmesser zurück auf die Rasenfläche fällt.

Tipp: Eine Alternative zum Rasenmäher stellen die modernen Mähroboter dar. Rasenmähroboter arbeiten ebenfalls ohne Fangkorb und lassen die fein gehäckselten Grashalme auf der Grasnarbe zurück - analog zu einem Mulchmäher.

Es gibt mehrere Rasenmäher-Arten, die sich auch mit einer Mulchfunktion erwerben oder durch ein Mulchkit erweitern lassen:

  1. Akkumäher
  2. Benzinmäher
  3. Elektromäher

All diese Modelle haben ihre Vor- und Nachteile. Ein Akku-Rasenmäher beispielsweise bietet maximale Flexibilität, denn es wird keine unmittelbare Verbindung zur Steckdose benötigt. Der Nachteil: Hat der Akku eine zu geringe Kapazität, muss womöglich mehrfach aufgeladen werden, um die gesamte Fläche zu bearbeiten.

Der klassische Benzinrasenmäher ist deutlich leistungsstärker, aber auch lauter. Zusätzlich verursacht der Benzinmäher Abgase, die sich gerade an wärmeren Tagen stauen und eine CO₂-belastete Luft mit unangenehmem Benzingeruch zur Folge haben können.

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Zudem ist der Benzinrasenmäher wartungsintensiver als ein Strommäher (Akku- oder kabelgebunden), denn Filter, Öl usw. müssen regelmäßig kontrolliert und ausgetauscht werden. Dafür ist der Benzinmäher ein wahres Kraftpaket und eignet sich auch zum Mähen großer Rasenflächen.

Der elektrobetriebene Rasenmäher verursacht keine Abgase, ist jedoch an das Kabel gebunden. Dadurch ist sein Bewegungsradius entsprechend eingeschränkt. Dennoch haben sich diese Modelle vor allem aufgrund ihres attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnisses bei vielen Gartenfreunden mit kleineren Rasenflächen etabliert.

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Bei den speziellen Mulchrasenmähern sind bestimmte Schnitthöhen vorgegeben. Sie sorgen dafür, dass die Grünfläche optimal mit Nährstoffen durch die Mulchschicht versorgt wird. Einige ungeduldige Gartenfreunde wählen aus Gründen der Zeitersparnis die tiefst Schnitthöhe. Hierdurch erhoffen sie sich ein noch besseres Wachstum - das ist keine gute Idee.

Ist die Schnitthöhe zu tief, kann sich genau das Gegenteil einstellen: kahle Stellen im Rasen zeigen sich. Vor allem in den Sommermonaten kann ein zu kurz geschnittener Rasen enorm unter der Trockenheit leiden. Die Sonne kann nicht nur ungefiltert auf den Boden treffen, sondern erhitzt damit auch das Erdreich und greift damit womöglich die empfindsamen Wurzeln an. Die ideale Rasenschnitthöhe liegt im Bereich von drei bis fünf Zentimetern.

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Zwei Zentimeter sollte das Maximum bei der Mulchschicht betragen. Das hat verschiedene Gründe. Eine dickere Schicht hat zur Folge, dass der Mulch sich nicht so schnell in seine Bestandteile zersetzt, so dass der Boden erst nach einiger Zeit mit Nährstoffen versorgt wird. In nassen und feuchten Perioden sollte das Mulchen vollständig eingestellt oder zumindest reduziert werden.

Die feuchte Umgebung wirkt verlangsamend auf den Zersetzungsprozess, sodass der Mulchschnitt zu lang auf der Grasnarbe liegen bleibt. Die Folge könnte eine fehlende Sauerstoffzufuhr oder sogar Fäulnisgefahr sein. Dadurch könnten sich Moos, Rasenfilz und anderen unerwünschte Pflanzen viel besser ausbreiten und der Rasen müsste öfter mit dem Vertikutierer bearbeitet werden.

Tipp: Wer häufig mit der Kettensäge Brennholz zurecht schneidet, der kann das anfallende Sägemehl und die Sägespäne, anstatt sie mühsam zu entsorgen, zum Mulchen verwenden.

Theoretisch eignet sich das Mulchen ganzjährig, um die Rasenfläche auf organische Weise mit Nährstoffen zu versorgen; den Dünger zu ersetzen. An besonders heißen und schwülen Tagen sollte jedoch auf das Mulchen verzichtet werden, denn die erhöhte Feuchtigkeit kann sich nachteilig auf die Nährstoffabgabe auswirken. Gleiches gilt für besonders nasse und feuchte Perioden.

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Gibt es ein Limit, wie häufig der Rasen gemulcht werden darf? Nein, Experten empfehlen sogar, den Rasen (falls er diese intensive Nährstoffversorgung benötigt) mindestens einmal pro Monat zu mulchen. Hier sollten Gartenfreunde auf ihr Gespür für das eigene Grün vertrauen und darauf achten, welche Nährstoffzufuhr aktuell sinnvoll ist.


Bildnachweise:

  • Abbildung 1: adobe.com © mariusz-blach
  • Abbildung 2: unsplash.com © andres-siimon