Kettensägen richtig benutzen - sägen wie die Profis

Wer eine Kettensäge benutzen möchte, sollte sich vorbereiten. Schließlich kann die Säge bei unsachgemäßer Anwendung ernsthafte Verletzungen hervorrufen. Wichtig ist vor allem die richtige Schutzkleidung. Aber auch die Haltung der Säge will für verletzungsfreies Arbeiten gelernt sein. Diese Profi-Tipps helfen, die Arbeiten sicher und mit dem gewünschten Ergebnis auszuführen.

Holz sägen
Abbildung 1: Mit der Kettensäge lässt sich Holz optimal zurechtschneiden, um später als Brennholz die eigenen vier Wände zu wärmen.

Beim Umgang mit der Motorsäge ist die richtige Schutzkleidung Pflicht. Sie besteht aus:

  • Handschuhen
  • Schnittschutzhose
  • der richtigen Oberbekleidung
  • Schutzbrille
  • Gehörschutz
  • festem Schuhwerk

Damit die Säge richtig gehalten werden kann, sind Schnittschutzhandschuhe empfehlenswert. Sie helfen nicht nur dabei, die Säge präzise zu führen, sondern bieten Schutz vor Schnittverletzungen, umherfliegende Ästen und anderen Gegenständen. Gefertigt sind die Handschuhe aus besonders reißfestem Material, sodass sie ideal für den Einsatz mit der Kettensäge oder auch für die Arbeit mit der Heckenschere sind.

Der Clou: Sollte das Sägeblatt bei laufendem Motor an die Hand kommen, verhindern die reißfesten Fäden das Durchtrennen; die Kettensäge schaltet sich ab, weil sie sich in den Fasern der Handschuhe verfängt.

Für einen optimalen Griff sorgen die Handschuhe und vor Verletzungen an den Beinen schützt die Schnittschutzhose. Auch sie ist aus einem reißfesten Material gefertigt, sodass das Sägeblatt im Zweifelsfall nur das Obermaterial touchieren würde. Die darunterliegenden Fäden würden durch die Bewegung der Kette herausgezogen und sich im Blatt verfangen. 

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Der gewünschte Schutz tritt ein: die Kette blockiert (durch die Kettenbremse) und steht still. Das geht meist mit einem kräftigen Ruck einher, auf den sich Bediener einstellen sollten, um nicht ins Straucheln zu geraten.

Die laufende Kette könnte sich in zu weiter Oberbekleidung verfangen. Wer beispielsweise Bäume, Sträucher und Co. schneidet und dabei weite Kleidung oder ein Oberteil im XXL-Format trägt, handelt fahrlässig.

Die Sägeketten bewegen sich und erzeugen dabei einen (sanften) Luftzug. Ist die Oberbekleidung luftig und weit geschnitten, könnte sie sich im Blatt verfangen. Auch hier wären im schlimmsten Fall ernsthafte Körper- und Hautschäden die Folge. Deshalb immer eng anliegende Oberbekleidung (bestenfalls eine Schnittschutzjacke) tragen.

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Beim Sägen von Holz können kleine Splitter umherfliegen, sich Blätter und andere Teile lösen. Durch die Bewegung der Kette können selbst kleinste Partikel zu wahren Wurfgeschossen werden. Geraten sie in die Augen, können sie schlimme Verletzungen bis zur Erblindung verursachen. Deshalb immer an den optimalen Augen- bzw. Gesichtsschutz denken.

Geeignet dafür sind:

  • Schutzbrille
  • Helm mit Visier
  • Schutzvisier mit inkludierter Brille

Tipp: Eine Schutzbrille lässt sich z.B. auch bei Arbeiten mit dem Rasentrimmer oder dem Hochdruckreiniger nutzen, wo stets die Gefahr umherfliegender Teile (z.B. kleine Steine) gegeben ist.

Verletzungen durch Sägearbeiten können nicht nur durch umherfliegende Holzsplitter hervorgerufen werden, sondern auch durch eine laute Geräuschkulisse. Abhängig von der Kettensägen-Art kann der Lärmpegel sogar zu dauerhaften Hörschädigungen führen.

Schutzausrüstung
Abbildung 3: Gerade bei Arbeiten mit einem Werkzeug mit relativ hohem Gefahrenpotential wie einer Kettensäge, ist die Wahl der richtigen Schutzausrüstung unverzichtbar.

Akku-Kettensägen sind meist etwas leiser als beispielsweise Benzin-Kettensägen. Dennoch gilt generell: Wer Stamm, Äste und andere Materialien mit der Kettensäge bearbeitet, sollte an einen ausreichenden Gehörschutz denken, u.a.:

  • Kopfhörer
  • Ohrstöpsel

Besonders komfortabel sind Kopfhörer, denn sie umschließen die Ohrmuschel vollständig und lassen fast keine Geräusche durch.

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Viele Kettensägen-Nutzer denken, dass sie im Garten keine Schutzschuhe benötigen. Falsch, denn nicht nur Arbeiter im Wald sollten auf robustes und vor allem schnittfestes Schuhwerk setzen.

Die Schutzschuhe verfügen neben dem massiven Oberflächenmaterial häufig über einen erhöhten Schaft. Dadurch bieten sie dem Träger besseren Halt, was für den festen Stand und den versierten Umgang mit der Kettensäge unabdingbar ist.

Tipp: Schnittfestes Schuhwerk ist auch bei anderen Gartenarbeiten wie dem Mähen mit dem Rasenmäher sinnvoll.

Wie lässt sich die Kettensäge benutzen, ohne dass sie aus der Hand springt oder zu sehr vibriert? Das Halten der Säge will gelernt sein und ist gerade bei den ersten Versuchen gar nicht so leicht. Sobald die Kettensäge aktiviert ist, entfaltet sie ihre enorme Kraft, die sich vor allem in (ungeübten) Armen bemerkbar macht.

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Wie sollte jeder die Kettensäge richtig führen? Das raten Profis:

  • Säge wird mit beiden Händen gehalten
  • Daumen umschließt Griff
  • Rechte Hand an den hinteren Griff
  • Linke Hand an Vordergriff
  • mit geradem Rücken arbeiten
  • leicht gespreizter Stand (etwa schulterbreit)

Durch die Vibrationen der Kettensäge ist eine aufrechte und vor allem standfeste Haltung gefragt. Ohne sie könnte die Säge aufgrund der Muskelermüdung aus der Hand gleiten und womöglich Verletzungen am Körper herbeiführen.

Bei kabelgebundenen Elektro-Kettensägen ist im Vergleich zu Akku- und Benzin-Kettensägen darüberhinaus darauf zu achten, dass das Stromkabel nicht in die Säge gerät.

Tipp: Wer die Kettensäge sicher benutzen möchte, sollte auf einen optimalen Untergrund achten. Ist der Boden zu weich, könnte die Vibration der Säge für ein Wanken des Körpers sorgen und den Kontrollverlust über die Säge bedeuten. Deshalb vor dem Anschalten immer auf einen festen Untergrund ohne Steine oder andere Unwegsamkeiten achten.

Für welche Einsatzzwecke lässt sich die Kettensäge benutzen? Viele Gartenfreunde wollen auf das wertvolle Hilfsmittel nicht mehr verzichten, um beispielsweise Schnitte an Hecken oder Bäumen vorzunehmen. Gerade bei widerspenstigen Hecken bietet eine Kettensäge wesentlich mehr Schneidkraft als beispielsweise eine Elektro-Heckenschere und kommt auch mit dickeren Ästen mühelos zurecht.

Brennholz schneiden
Abbildung 2: Die motorisierte Kettensäge ist ein ein unverzichtbares Werkzeug für die Holzbearbeitung. Während Akku- und Elektro-Kettensägen i.d.R. für leichte Holzarbeiten im privaten Garten zum Einsatz kommen, dominiert die Benzin-Kettensäge die Brennholzverarbeitung.

Die Säge eignet sich hervorragend, um sich für den Winter vorzubereiten und mit Brennholz zu versorgen. Damit das Sägen leichter von der Hand geht, sollte das Holz möglichst fest aufliegen. Wer möchte, kann sich mit wenigen Handgriffen einen eigenen Sägebock bauen. Hierauf lassen sich auch längere Äste komfortabel positionieren, um sie in die gewünschten Stücke zu schneiden.

Tipp: Nach dem Sägen unbedingt die Kette und das Gehäuse der Maschine reinigen. Die feinen Holzspäne setzen sich häufig hartnäckig am Material fest. Ohne Reinigung kann die Kette stumpf werden und der Griff rutschig. Besonders leicht fällt die Säuberung mit etwas Luft, beispielsweise durch den Laubbläser. Filigrane Reinigungsarbeiten können mit einem weicheren Pinsel vorgenommen werden.

Viele Fehler im Umgang mit der Kettensäge lassen sich vermeiden, wenn auf die Profis gehört wird. Bevor die Kette das nächste Mal in Gang gebracht wird, unbedingt die Profi-Tipps berücksichtigen:

  1. Kettensäge nicht im ausgeschalteten Zustand zum Schneiden ansetzen (ein enormer Rückschlag und das Überspringen der Kette drohen)
  2. nur mit der Unterseite schneiden (beim Schneiden mit der Oberkante erfolgt der Ketten-Rückstoß)
  3. die Säge immer mit beiden Händen festhalten, um das Überspringen  zu vermeiden
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Auch die beste Kettensäge muss irgendwann gewartet und das Sägeblatt ausgetauscht werden. Um die einwandreie Funktionsfähigkeit zu erhalten, sollten nur die vom Hersteller empfohlenen Ersatzteile genutzt werden.

Wer privat eine Kettensäge benutzen möchte, benötigt dafür keinen Führerschein oder eine Lizenz. Landschaftsbauer, Forst- und Waldarbeiter hingegen müssen einen Führerschein für die Nutzung der Kettensäge ablegen.

Profis empfehlen allerdings, an meist kostenlos angebotenen praktischen Kursen der Kettensägen-Hersteller teilzunehmen. Hierbei lernen die Nutzer nicht nur den Umgang mit der Säge, sondern auch die richtigen Handgriffe für die Wartung oder wie im Notfall zu reagieren ist. Die erworbenen Fachkenntnisse** geben bei künftigen Sägearbeiten mehr Sicherheit.

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Hinweis: Wer Brennholz im Wald schneiden möchte, muss sich jedoch die Erlaubnis des Pächters/Besitzers besorgen. Ohne explizite Genehmigung kann hingegen das Holz auf dem eigenen Grundstück verarbeitet werden (sofern der Baum nicht unter Naturschutz steht).


Bildnachweise:

  • Abbildung 1: adobe.com © peter
  • Abbildung 2: unsplash.com © poul-cariov
  • Abbildung 3: unsplash.com © sven-brandsma