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Kettensägen kommen nicht nur im Wald, sondern immer häufiger auch in privaten Gärten zum Einsatz. Leider bergen diese nützlichen Geräte - bei unsachgemäßer Benutzung - ein hohes Gefahrenpotential.

Nachfolgend erläutern wir den Sinn und Zweck einer automatischen Kettenbremse sowie andere Alternativ-Techniken zum Schutz des Anwenders.



Man denkt es sich schon fast: eine Kettenbremse dient dazu, die Kette abzubremsen. In Wahrheit tut sie aber viel mehr: die Kette wird blitzschnell gestoppt. Der Stop geschieht bei allen Sägen in weniger als 0,2 Sekunden, und es stoppt nicht nur die Kette, sondern auch der Motor. Elektronik und Motor müssen hier zusammenspielen, da ein Stop nur einer der Komponenten - Kette bzw. Motor - für die Sicherheit des Anwenders nicht ausreichend ist.

Die Kettenbremse tut also mehr als das, was bei einem simplen Ausschalten des Motors passiert: es wird ein Nachlaufen der Kette verhindert.

Hier haben wir es mit einem einfach zu erklärenden physikalischen Vorgang zutun: wenn Sie auf die sich bewegende Kette schauen, so werden sie feststellen, daß diese sich auf der Oberseite vom Benutzer weg und auf der Unterseite auf ihn zu bewegt, also von der Seite her gesehen im Uhrzeigersinn. An der Stelle, wo sich die Bewegung umkehrt, nämlich an der Schwertspitze, bewegt sich die Kette - wenn auch nur auf wenigen Zentimetern - nach unten, und das hat bei einer Berührung der Spitze an einem Ast oder Holzstück fatale Folgen.

Denn in so einem Falle erfährt die Säge, die in diesem Moment eine Kraft nach unten ausübt, nach dem Wechselwirkungsprinzip eine entsprechende Kraft nach oben - es kommt zum Rückschlag oder "Kick-Back", der einem Anwender die ganze Säge aus den Händen reißen kann. Wenn die Kette in diesem Moment weiterläuft, kann sie schwerste Verletzungen beim Anwender verursachen, es kommt auch immer wieder zu Todesfällen.

Die meisten modernen Kettensägen haben ein nach vorne sehr spitz zulaufendes Schwert - damit wird der Bereich, in dem die Kette nach unten läuft, stark verkleinert.

Alle Kettensägen habe einen sogenannten Handschutz oder Kettenbremsbügel, der der zentrale Schalter für die Kettenbremse ist. Dieser Kettenbremsbügel löst die Kettenbremse auf zwei Arten aus:

  • einmal durch absichtliches Nachvornedrücken mit der linken Hand,

  • zweitens durch Berührung mit dem Handrücken bzw. Handschuh, wenn die Säge sich nach oben bewegt (wie bei einem Rückschlag) und der Benutzer die Hand noch fest auf dem zweiten Handgriff hat,

  • und schließlich durch die physikalische Massenträgheit des Handschutzes, ein Effekt, der bei den Dolmar bzw. Makita-Kettensägen mit "SafetyMatic" bezeichnet wird. Dabei kommt der Handschutz aufgrund seiner Massenträgheit mit dem schnell nach oben gerissenen Schwert der Säge nicht mit und klappt nach vorne - wodurch die Kettenbremse ausgelöst wird. Also selbst wenn der Benutzer in Panik den linken Handgriff losläßt, würde aufgrund dieses SafetyMatic-Effektes die Kette zum sofortigen (weniger als 0,15 Sekunden!) Stillstand kommen.


Dies hängt u.a. mit der Kettengeschwindigkeit zusammen. Wenn diese unter 3 Meter pro Sekunde sinkt, verzichtet man in der Regel auf den Einbau einer Kettenbremse und liefert das Gerät mit einem sog. Spitzenschutz aus, so daß der Anwender gar nicht erst in die Gefahr kommt, mit der Spitze auf Holz zu stoßen. Die Bestrebungen beim Gesetzgeber gehen aber eindeutig in Richtung "Kettenbremse für alle Kettensägen", so daß dies über kurz oder lang zu einer Norm wird.


Makita Akku-Kettensäge RUC122RFE
Links sehen Sie die Makita Akku-Kettensäge BUC122RFE abgebildet.

Makita hat hier auf den Einbau einer autom. Kettenbremse verzichtet. Stattdessen ist das Schwert an der Vorderseite mit einem Spitzenschutz versehen.



Im gewerblichen Bereich sind Kettenbremsen grundsätzlich vorgeschrieben, Privatanwender werden in den meisten Fällen vom jeweiligen Grundstückseigner oder Waldbesitzer verplichtet, eine Säge mit Kettenbremse zu verwenden.

Alle von uns vorgestellten Elektro Kettensägen sind mit einer Kettenbremse ausgestattet, bei den Akku Kettensägen sind einige auch nur mit dem Spitzenschutz versehen.

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