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Was hart arbeitet und einem im Garten immer gute Dienste leistet, benötigt auch regelmäßige Pflege, damit es lange funktioniert wie am ersten Tag.

Bevor Sie das nächste Mal ihren Rasenmäher anwerfen, die Heckenschere anschließen oder die Kettensäge starten, werfen Sie mal einen genaueren Blick auf ihr Gerät.

  • Wie sieht der Rasenmäher untenrum aus? Sicherlich ein Mix aus vertrockneten Grasklumpen und so mancher Scharte in den Schneidflächen.

  • Und die Motorsäge? Hat sich feinstes Sägemehl mit dem Kettenöl zu einer dicken Schicht verklebt?

  • Und könnten die Klingen der Heckenschere nicht auch ein paar Tropfen Öl gebrauchen?

Rasenmäher Wartung

Alles neu macht… nein, nicht der Mai, sondern der Gartenbesitzer, der seine Geräte regelmäßig wartet und pflegt.

Jedes Mal, wenn man Gartenwerkzeug benutzt, verschleißt es ganz naturgemäß. Und es obliegt dem Besitzer, dafür zu sorgen, dass die treuen Helfer in einsatzbereitem Zustand bleiben.

Natürlich, jedes Gartengerät benötigt seine eigenen Werkzeuge. Doch es gibt einige Teile, die bereichsübergreifend sind und in keinem Gartenhäuschen fehlen sollten:

  • 1 Sprühdose WD-40:

    Im Gegensatz zu einem weitverbreiteten Heimwerker-Irrglauben handelt es sich dabei nicht um Sprühöl, sondern eher um Korrosionsschutz. WD-40 hat die Eigenschaft, Feuchtigkeit zu verdrängen.

  • 1 Dose Sprühöl:

    Am besten Ballistol, dieses ist biologisch abbaubar.

  • 1 Ölkännchen mit Hebelbedienung:

    Ein guter Schmierfilm hilft allem, was sich bewegt. In den Öler sollte allerdings ebenfalls nur biologisch abbaubares Öl eingefüllt werden. Kettensägenöl ist beispielsweise geeignet.

    Ölkännchen

    Das klassische Ölkännchen sollte für Gartenwerkzeuge nicht mit Mineral-, sondern nur mit biologisch unbedenklichem Öl gefüllt werden.

  • 1 Drahtbürste:

    Mit der Drahtbürste lassen sich Rost und hartnäckiger Schmutz bestens entfernen.

  • 1 Sprühdose mit Klarlack:

    Besonders bei älteren Gartengeräten können Lack-Abplatzer auftreten. Mit Klarlack lassen sich diese neu versiegeln.

  • 1 Dose Bremsenreiniger:

    Damit lassen sich ölige und rostige Verschmutzungen entfernen und zu lackierende Stellen vorbereiten.

All das ist im Baumarkt erhältlich. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Sprühdosen bei Frost ins Warme geholt werden müssen.

Ob nun Benzin- oder Elektromäher oder gar Mähroboter. Sie alle haben primär die gleichen Pflegeanforderungen. Diese liegen meist unterm Blechkleid versteckt. Nach jedem Mäh-Einsatz sollten hier mittels Gartenschlauch sämtliche Gras-Überreste abgespült werden. Denn das Gras kann (in Massen) nicht nur die Klingen blockieren, sondern speichert auch Wasser und trägt somit dazu bei, dass sich Rost bildet.

Nach der „Dusche“ wird der gesamte Unterbereich des Mähers mit einem alten Handtuch trockengewischt und im Idealfall noch ein, zwei Stunden trocknen gelassen. Sollten sich Lack-Abplatzer zeigen, wird die betroffene Stelle mit Bremsenreiniger gespült und, nachdem dieser verdunstet ist, aus etwa 30 Zentimeter Entfernung mit dem Klarlack dünn benetzt (Dose vorher gut schütteln). Nach einer 30-minütigen Trocknungsphase wird eine zweite Lackschicht aufgebracht. Danach darf der Mäher zurück ins Gartenhaus.

Einmal monatlich sollte man sich die Bowdenzüge anschauen und auf die Ballistol-Dose die Feindosierspitze aufstecken. Dort, wo der Zug in seiner Hülle verschwindet, wird ein ordentlicher Spritzer des Schmiermittels eingesprüht und dann werden die Hebel mehrfach betätigt, damit das Öl sich im Bowdenzug verteilen kann.

Sollten sich in den Messern tiefe Scharten zeigen oder das Gras mehr gerupft als geschnitten werden (erkennbar am ungleich hohen Schnitt der Halme), muss geschliffen werden. Wer sich dies selbst zutraut, muss mit einem passenden Schlüssel erst die Zentralschraube lösen. Dann wird mittels Schraubstock und einer feinen Metallfeile die Schneide wieder scharf geschliffen.

Vor längeren Arbeitspausen (etwa beim Einwintern) sollte die Klinge mit einem Schuss Bio-Öl und einem Lappen großzügig eingeölt und die restliche Mäher-Unterseite mit einem Nebel aus WD-40 benetzt werden.

Neben den genannten Schritten benötigen Benzinmäher zusätzlich noch etwas Mehraufwand. Es beginnt damit, dass einmal monatlich ein Blick auf die Zündkerze geworfen werden sollte. Der darauf abgelagerte Ruß sollte rehbraun oder grau sein. Schwarze Ablagerungen deuten auf ein Problem bei der Gemischaufbereitung des Treibstoffs hin.

Und sollten die Außenkanten der Mittelelektrode abgerundet sein, ist eine neue Kerze fällig (unbedingt Angaben in der Betriebsanleitung beachten). Vor dem Einschrauben der Kerze wird die Oberfläche der Elektrode mittels Drahtbürste gereinigt und der Schmutz mit einem Schuss Bremsenreiniger weggespült.

Zündkerze

Die Elektrodenränder (rot markiert) sind noch schön eckig, der Abbrand darauf rehbraun und alles trocken. So muss die Zündkerze aussehen.

Bei Viertaktmotoren (am separaten Ölbehälter zu erkennen) muss außerdem das Öl regelmäßig nach Herstellervorgaben gewechselt werden. Bei den meisten Mähern ist es dazu notwendig, den Schmierstoff über die Einfüll- oder Kontrollöffnung mittels geeigneter Pumpe restlos abzusaugen – am besten nach dem Mähen, dann ist das Öl flüssiger als im kalten Zustand. Art und Menge des neuen Öls finden sich in der Betriebsanleitung.

Der letzte Blick gilt dem Luftfilter: Er sollte vor jedem Einsatz herausgenommen und entweder mit einem Kompressor ausgeblasen oder zumindest ausgeklopft werden.

Für Benzinmotor-Sägen gilt bei Zündkerze und Luftfilter die gleiche Vorgehensweise wie beim Rasenmäher. Dadurch, dass die meisten Sägen jedoch Zweitaktmotoren besitzen (Benzin und Öl werden als Gemisch eingefüllt), entfällt ein Ölwechsel.

Dafür sollte aber alle fünf Betriebsstunden eine kleine Inspektion durchgeführt werden. Dazu die beiden Muttern, welche das Schwert und die Seitenabdeckung halten, komplett lösen. Danach Abdeckung, Schwert und Kette entnehmen und anschließend:

  • Kette auf Verschleiß prüfen. Stumpfe Ketten sind daran erkennbar, dass das ausgeworfene Schnittgut immer feiner wird.

  • Innenbereich der Abdeckung mittels Bremsenreiniger und Drahtbürste von den hier angesammelten Sägespänen/-mehl befreien.

  • Metallteile mit Ballistol einsprühen.

  • Kette und Abdeckung wieder anbringen, Muttern nur lose aufschrauben.

  • Kette wieder korrekt spannen. Sie muss überall auf dem Schwert anliegen, sich aber noch händisch in Laufrichtung bewegen lassen.

  • dann die beiden Muttern endgültig festziehen.

Kettensäge

Wenn die Säge sich nicht „ins Holz zieht“ und (wie hier) mehr Mehl als Späne produziert, wird es Zeit zum Nachschleifen.

Anschließend werden Kettenöl und Kraftstoff aufgefüllt und die Säge kurz laufen gelassen. Danach die Kettenspannung erneut prüfen und wenn nötig nachspannen.

Heckenscheren weisen den geringsten Pflegeaufwand auf. Bei Benzinmotor-betriebenen Geräten gelten die gleichen Wartungsregeln wie beim Rasenmäher und der Kettensäge. Zusätzlich sollte nach jedem Betrieb (bei gezogenem Netzstecker bzw. entferntem Akku!) erst einmal sämtliches Schnittgut, das sich vielleicht verhakt hat, händisch entfernt werden.

Anschließend sollte auf die beweglichen Klingen ein kleiner Tropfen Bio-Öl gegeben werden. Einmal monatlich sollten die Schwert-Schrauben, welche die beweglichen und die Scherklingen miteinander verbinden, gelöst und so das Schneidwerk auseinandergenommen werden. Mittels Bremsenreiniger kann eingedrungener Schmutz gut entfernt werden. Dann werden sämtliche Gleitflächen mit Bio-Öl und einem Lappen geschmiert.

Heckenschere Klingen-Pflege

Biologisch abbaubare Öle können ruhig großzügig eingesetzt werden, weil sie keinen Nachteil für die Umwelt darstellen.

Der nächste Blick bei dieser Wartungsarbeit sollte den Schneidflächen gelten. Sind sie stumpf und/oder schartig, braucht es eine Metallfeile. Diese wird nun unter Einbehaltung des bereits vorgegebenen Winkels über die Schneidflächen gezogen, bis an der Schnittfläche keine Scharten mehr vorhanden sind. Dabei entfernte Metallspäne müssen mit Bremsenreiniger abgespült und dann der gesamte Klingenbereich eingeölt werden. Nach dem Zusammenbau erfolgt erst ein händischer Funktionstest, gefolgt von einem motorgetriebenen.

6. Akkus, Akkus, Akkus

Für alle akkubetriebenen Gartengeräte gilt zudem, dass die Akkus grundsätzlich immer voll aufgeladen und erst dann ans Ladegerät gehängt werden sollten, wenn der Akku wirklich leer ist. Dies gilt auch für Memory-Effekt-freie Lithium-Ionen-Speicher.

Und wenn die Temperaturen nachts unter 10°C fallen, sollten zumindest die Akkus selbst erst vollgeladen, dann aus den Lade-Geräten entnommen und an einem warmen Ort im Haus eingelagert werden, damit sie durch die Kälte keinen Schaden nehmen.

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