Wie tief sollte ich mit dem Vertikutierer arbeiten?

Zuletzt aktualisiert: 10.03.2026Kategorie: Vertikutierer

Wer mit einem Vertikutierer arbeitet, sollte die Arbeitstiefe eher knapp als mutig wählen. Die Messer sollen die Grasnarbe nur leicht anritzen. Für viele Geräte und Flächen liegt der brauchbare Bereich bei etwa 2 bis 3 Millimetern. Tiefer zu arbeiten bringt oft keinen Vorteil, sondern belastet den Rasen unnötig.

Ein Vertikutierer ist keine kleine Bodenfräse. Er soll Rasenfilz und Moos aus der Oberfläche lösen, nicht die Wurzelschicht aufreißen. Deshalb wird nur sehr flach gearbeitet, sodass der Boden höchstens leicht angeritzt wird.

Diese flache Einstellung reicht aus, um verfilzte Pflanzenreste zu lösen und Luft an die Grasnarbe zu bringen. Wer deutlich tiefer arbeitet, öffnet den Boden stärker als nötig. Das schwächt die Fläche und kann unerwünschte Keimung fördern.

Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie 2 Millimeter als Startpunkt. Gehen Sie erst tiefer, wenn nach einem kurzen Probestück noch fast kein Filz gelöst wird. Die ideale Tiefe ist erreicht, wenn sich Moos und Filz lösen, die Fläche aber nicht wie aufgerissen wirkt.

Viele Vertikutierer haben ein Drehrad, einen Hebel oder mehrere Stufen für die Arbeitstiefe. Wo die Einstellung sitzt, steht in der Bedienungsanleitung; dort finden Sie auch, ob Ihr Modell eine Vertikutierwalze oder eine Lüfterwalze nutzt.

Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  1. Mähen Sie den Rasen vorab kurz, etwa auf 2 bis 3 Zentimeter. So greifen die Messer sauberer in die Filzschicht.
  2. Starten Sie mit der höchsten oder flachsten Stellung.
  3. Senken Sie die Walze auf einem kurzen Teststück langsam ab.
  4. Prüfen Sie nach wenigen Metern die Fläche.
  5. Stellen Sie nur dann etwas tiefer, wenn kaum Material gelöst wurde.

Nasser Boden verfälscht das Ergebnis. Die Messer laufen dann schwerer, der Filz löst sich schlechter, und die Fläche leidet schneller. Arbeiten Sie erst, wenn der Boden oben abgetrocknet ist, aber noch genug Feuchte für die Regeneration vorhanden ist.

Ob die Tiefe passt, erkennen Sie am Ergebnis nach dem ersten Streifen. Die Oberfläche sollte nur leicht angeritzt sein. Herausgeholt werden vor allem lockerer Filz, Moos und altes Schnittgut.

Zu tief arbeiten Sie, wenn die Fläche danach deutlich aufgerissen aussieht oder wenn Sie merken, dass der Vertikutierer stark bremst und viel mehr als nur oberflächliches Material herauszieht. Das Gerät soll zügig vorwärts laufen und nicht lange an einer Stelle stehen.

Bei dichter Verfilzung wirkt der erste Durchgang oft unspektakulär. Das ist kein Fehler. Besser ist ein schonender erster Gang als ein zu tiefer Schnitt, der später kahle Streifen hinterlässt.

Nicht jede Fläche braucht dieselbe Tiefe. Ein junger oder frisch eingesäter Rasen soll noch nicht vertikutiert werden. Je nach Empfehlung wird erst nach dem ersten Jahr oder noch später gearbeitet, wenn die Narbe dicht und belastbar ist.

Auch ein geschwächter Rasen verlangt Zurückhaltung. Wenn die Fläche unter Trockenheit, Hitze oder sichtbaren Lücken leidet, ist tiefes Vertikutieren die falsche Antwort. Dann arbeiten Sie besser sehr flach oder verschieben die Maßnahme.

Reicht eine sanfte Pflege aus, ist Lüften oder Striegeln oft die bessere Wahl. Dabei kämmen federnde Zinken Filz und Moos aus dem Bestand, ohne die Grasnarbe anzuritzen. Das entlastet den Rasen und macht ein hartes Vertikutieren seltener nötig.

Nehmen Sie das gelöste Material vollständig von der Fläche. Bleibt der Filz liegen, hat der Durchgang wenig gebracht. Größere Lücken können Sie nachsäen. Bei schweren, verdichteten Böden hilft nach dem Vertikutieren oft zusätzlich Sand auf der Fläche.

Beobachten Sie den Rasen in den Tagen danach. Er sieht oft erst einmal mitgenommen aus. Das ist nach einem korrekt eingestellten, flachen Eingriff normal. Erholen kann sich die Fläche aber nur, wenn genug Feuchte vorhanden ist und Sie sie nicht sofort wieder stark belasten.

Unterm Strich gilt: Arbeiten Sie mit dem Vertikutierer nur so tief wie nötig. Für die meisten Fälle sind 2 bis 3 Millimeter ein guter Bereich. Alles, was deutlich darüber hinausgeht, ist eher Ausnahme als Regel.

Stand: 2026-03-10